Das zu ermitteln. Um das zu erreichen, wurden in

Das Ziel dieses systematischen Reviews es ist, die aktuelle
Evidenzlage hinsichtlich der Auswirkungen von körperlichen Aktivitäten bei
Patienten mit fortgeschrittenem Krebs zu bewerten und zu evaluieren, um der
Einfluss physische Aktivität bei Patienten zu verifizieren beziehungsweise die
Wirksamkeit auf die körperliche Leistungsfähigkeit und Funktion, die
Lebensqualität sowie die Fatigue zu ermitteln. Um das zu erreichen, wurden in
dieser Übersichtarbeit Studien betrachtet, die als Intervention nur körperliche
Aktivitäten hatten, einbezogen.

Die Ergebnisse zeigen, dass körperliche Aktivitäten als eine
Intervention vielversprechend ist, um bei Patienten mit fortgeschrittenem
Krebserkrankung den Rückgang der aeroben Fitness, der Muskelkraft und der
körperlichen Funktionen zu verhindern oder zu verzögern; deren Leben durch
einen Krebs verkürzt wird. Studien, die die Effektivität von physischen
Aktivitäten bei dieser Gruppe von Krebspatienten untersucht haben, unterscheiden
sich stark in der Qualität, Programmcharakteristika, der Supervision und
Interventionsdauer sowie der Zielpopulation, was die Gesamtauswertung der
Ergebnisse erschwert. Das Training oder die Bewegung scheint jedoch für viele
Outcomes vorteilhaft zu sein.

We Will Write a Custom Essay Specifically
For You For Only $13.90/page!


order now

In den einbezogenen Studien wurde die Verbesserung der
aeroben Kapazität, der Muskelkraft, der Gehfähigkeit, der Mobilität, der
physische Fatigue, der Schlafqualität und der Selbständigkeit bei
Krebspatienten in fortgeschrittenem Stadium mit Trainingsmaßnahmen von acht bis
vierzig Wochen beobachtet. Diese Patienten sind aufgrund ihrer
fortgeschrittenen Erkrankung häufig davon betroffen, dass ihre aerobe Kapazität
und insgesamt ihre körperliche und psychische Kraft beziehungsweise Stabilität
abnehmen. Die Ergebnisse des hiervorliegenden Reviews deuten darauf hin, dass
Bewegung und Training dieses Rückgangphänomen hinauszögern und eindämmen kann. Fünf
von fünf Studien zeigten signifikante Verbesserungen der körperlichen
Leistungsfähigkeit beziehungsweise der Mobilität, der aeroben Kapazität sowie
der Muskelkraft nach einer Trainingsintervention. Bei den Interventionen sowohl
aerobes als auch Kraft- und Widerstandstraining zum Einsatz. Darüber hinaus erhielten
die Patienten onkologische Therapien wie Chemo-, Strahlen-, endokrine und
medikamentöse Therapie, was die Vorteile des Trainings für diese Patienten noch
positiv verstärkte.

Die Muskelkraftmessungen konnten im Rahmen der Studie stetig
erhöht nur bei Patienten mit Lungenkrebs (Stadium IIIA-IV), sondern auch bei
Patienten mit Prostatakrebs (mit Knochenmetastasen), obwohl die Messverfahren
(Biodex isokinetic Dynamometer und 1 RM) bei beiden Studien unterschiedlich waren.
Des Weiteren konnte eine Steigerung der körperlichen Funktion (physische
Funktion und Schlafqualität) beobachten werden, die sehr relevant für die
Teilnahme an den Aktivitäten des täglichen Lebens ist, besonders für Menschen
mit fortgeschrittenen Krebs. Diese Ergebnisse sind fast ähnlich wie bei der
Studie von Dittus, et al. (2017), wo 73,7% der Studien einen signifikanten Anstieg
der aeroben Kapazität zeigte, während 26,3% (5 von 19 Studien) keine
Veränderung aufwiesen. Bei Studien zur Kraftmessung, verbesserte sich diese
Kraft nach der Intervention in 11 von 12 Studien (91,7%) signifikant. 100% der
Studien zeigten einen gewissen Anstieg der körperlichen Funktion, obwohl die
Ergebnismaße in dieser Hinsicht sehr unterschiedlich waren. Die körperliche Funktion
ist besonders wichtig für Patienten mit fortgeschrittenem Krebs (Rainbird,
Perkins, Sanson-Fisher, Rolfe, & Anseline, 2009): Selbst leichte
physische Aktivität kann schon dabei helfen, einen normalen Lebensstil
wiederzuerlangen, um im Alltag aktiver zu sein. Daher zählen die Verbesserung
der körperlichen Funktion und die Aufrechterhaltung der Selbständigkeit zu den
Hauptzielen, damit die schwer erkrankten Menschen ein selbstbestimmteres Leben
führen können.

In diesem Kontext spielt die starke Erschöpfung eine
wesentliche Rolle. Eine Definition von David Cella lautet wie folgt: “Die
Tumorerschöpfung, auch Fatigue genannt, bedeutet eine außerordentliche
Müdigkeit, mangelnde Energiereserven oder massiv erhöhtes Ruhebedürfnis, das
absolut unverhältnismäßig zu vorangegangenen Aktivität ist” (Cella, Davis, Breitbart, & Curt, 2001). Die Eindämmung und
Kontrolle von Symptomen, insbesondere der Fatigue, sind daher wichtige Ziele
für Patienten mit fortgeschrittenen Krebs. Systematische Reviews und andere
Studien haben die Wirksamkeit der Bewegung bei krebsbedingter Fatigue bei Krebserhalt
gezeigt, sowohl während, als auch nach erfolgreicher Behandlung der Krankheit
nachgewiesen (Meneses-Echávez,
González-Jiménez, & Ramírez-Vélez, 2015). Unter den Studien, die in diesem Review einbezogen
sind, haben fünf die Fatigue als primäres Outcome gemessen. 60 % der Studien (3
von 5 Studien) berichteten eine signifikante Verminderung der Fatigue. Von
diesen drei Studien haben insgesamt 109 Patienten bis zum Ende an den Studien
teilgenommen und der Erschöpfungszustand hat sich bei 55 Teilnehmern (50,45%)
signifikant vermindert, im Vergleich zur Kontrollgruppe (54: 49,54%). In den
RCTs, die keine signifikante Minderung der Fatigue aufführten, mindert sich die
Fatigue bei Teilnehmern in der Interventionsgruppe (n = 40) im Vergleich zur
Kontrollgruppe (n= 50), aber der Unterschied war nicht signifikant. Eine
mögliche Erklärung für die Verminderung der Fatigue innerhalb der
Interventionsgruppe könnte die verbesserte Mobilität, Muskelkraft und
Belastungsfähigkeit der Teilnehmer sein. Albrecht, et al. (2012) konnten auch
eine signifikante Verbesserung oder Verminderung der Fatigue bei deren
eingeschlossenen Studien (zum Beispiel bei einer RCTs (p = 0,02) und einer
Pilotstudie (p = 0,05)) beobachten. 

Gesundheitsbezogene Lebensqualität umfasst das körperliche,
psychische und soziale Befinden sowie die Funktionsfähigkeit. Es ist ein
mehrdimensionales Konstrukt, das auf subjektiven Einschätzungen basiert, die
durch komplexe individuelle Bewertungsvorgänge zustande kommen (Renneberg
& Lippke, 2006). Unter fünf Studien mit Lebensqualität
als Outcome zeigt nur die Studie von Rief et al (2014b) eine Erhöhung der
Lebensqualität in nur einem Bereich (psychologische Aspekte P = 0,010 bei
Gruppenvergleich. Die Anzahl der Studienteilnehmer (in der Interventionsgruppe),
bei der eine Verbesserung der Lebensqualität festgestellt werden, betrug 18 im
Vergleich zu 77, die keine Veränderung zeigten. Das systematische Review von
Dittus et al (2017) zeigten jedoch ein gegenteiliges Ergebnis: die Anzahl der Studienteilnehmer,
die eine Verbesserung der Lebensqualität feststellen konnten, betrug 367 (61%)
im Vergleich zu 231 (39%), die keine Veränderung der Lebensqualität zeigten. Die
Studienanzahldifferenz oder die verschiedene Interventionsmethode der eingeschlossenen
Studien könnten für die unterschiedlichen Ergebnisse verantwortlich sein. Dieses
Review hat nur Studien einbezogen, die als Intervention ausschließlich
physische Aktivitäten untersucht hat, aber bei Dittus, et al (2017) gab es
Studien, die Patienten mit einer multidisziplinären Intervention (Quist,
Adamsen, Laursen, Christensen, & Langer, 2015) behandelten und die
zusätzlichen Komponenten wie Entspannung, Symptommanagement und Massage
erhielten. Diese gleichzeitigen Interventionen haben möglicherweise zu größeren
Verbesserungen der Lebensqualität geführt, als bei alleiniger körperlicher
Aktivität zu erwarten wäre. Die Studie von (Schuler, et al., 2017) hat die Auswirkung
verschiedener Trainingsprogramme auf schwere Fatigue bei Krebspatienten
untersucht, die sowohl eine Kurative, als auch eine palliative Krebsbehandlung
bekamen: Diese Studie wurde bei dem Review von Dittus et al (2017) eingeschlossen
und was auch der Unterschied der Ergebnisse erklären könnte. Ebenfalls berichteten
(Albrecht & Taylor, 2012), dass von 9 Studie,
die die Lebensqualität bei Patienten zum Gegenstand hatten, davon bei 7 Studien
eine Erhöhung der Lebensqualität deutlich wurde. Die ungleiche von Ergebnisse
zwischen diesen Review und die zwei andere (Dittus et al. 2017 und Albrecht et
al. 2012) könnten durch die unterschiedliche Studienqualität verursacht werden.
Wie dieses Review gezeigt hat, kann das Training einen positiven Einfluss auf einigen
Faktoren der Lebensqualität haben, aber die Tatsache, dass das übliche Muster
bei Krebspatienten in fortgeschrittenem Stadium eine Zunahme der
Symptombelastung ist, könnte zu einer Eindämmung der globalen Lebensqualität
beitragen. Es ist nun wichtig zu sagen, dass durch die geringere Anzahl der
Teilnehmer in dieses Review (271), ist es ungünstig die Wirkung der physischen
Aktivitäten auf der Lebensqualität festzulegen oder zu evaluieren.

Wenn man die Ergebnisse nach dem jeweiligen Krebstypen
dieses Reviews betrachtet, zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Bei
Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs (Ligibel, et al. (2016)) lag bei
allen Outcomes keine Signifikanz vor. Im Vergleich dazu konnten jedoch bei Prostatakrebs
Patienten (Cormie, et al. (2013)), Lungen und Kolorektale Krebspatienten
(Cheville et al. (2013)) und Lungenkrebspatienten (Hwang et al. (2012))
mindestens bei zwei Outcomes signifikante Veränderungen beobachten werden.
Ebenso schlossen die Studien von Rief et al. (2014a, b) Patienten mit
unterschiedlichen fortgeschrittenen Krebserkrankungen ein. Auch hier und
zeigten sich signifikante Verbesserungen – sowohl von der physischen Fatigue
und der Selbständigkeit als auch von der Lebensqualität (psychosoziale Aspekte).
Die Ergebnisse von Ligibel, et al. (2016) lassen damit erklären, dass die an
metastasierendem Brustkrebs erkrankten 101 Studienteilnehmerinnen Krebsformen
hatten, die so massiv fortgeschritten waren und sie daher – im Vergleich zu den
anderen Studien – sich keine Signifikanz zeigte.

Bemerkenswert ist, dass insgesamt 73,43% der Teilnehmer den Interventionen
treue blieben. Die Compliance ist damit hoch, und das bei einer
Patientengruppe, die aufgrund der progredienten Erkrankungssymptomatik erschwerten
Bedingungen ausgesetzt ist. Diese Therapietreue kann zum einen damit
zusammenhängen, dass die Patienten gespürt haben, dass ihnen die Trainings und
Bewegungseinheiten physisch und psychisch gut taten. Zum anderen kann es aber
auch mit der Art der Durchführung zusammenhängen: 40% der Patienten in diesem
Review hatten ein Heimtrainingsprogramm, 40 % ein überwachtes Trainingsprogramm
in einer Rehaklinik oder Krankenhaus und 20 % der Krebspatienten hatten ein
gemischtes Programm, das heißt 2 Wochen im Krankenhaus und 22 – 28 Wochen
Training zu Hause.

1.1    
Stärken und Grenzen dieser Übersichtsarbeit

Diese vorliegende Übersichtsarbeit wurde von einer einzigen
Autorin verfasst. Die Auswahl, Bewertung, Datenerhebung erfolgte zwar, wie es
empfohlen wird, durch die unabhängige Begutachtung von mindestens zwei Personen,
aber die Analyse wurde nur von einer einzigen Autorin durchgeführt. Eine
weitere Herausforderung war in der Tatsache begründet, dass die Hälfte (4 RCTs)
der eingeschlossenen Studien in diesen Review auf den Ergebnissen von Dittus,
et al. (2017) aufbaute, und die von ihm gescreenten Datenbanken bis zu dem
angegebenen Zeitpunkt nicht erneut detailreich untersucht worden sind. Zu diesen
vier RCTs wurden mithilfe anderer Datenbanken fünf andere einbezogene Studien gefunden.
Andererseits kann diese Vorgehensweise aber als Stärke dieses Reviews
betrachtet werden, da dadurch Dopplungen mit dem aktuellen Forschungsstand
vermieden werden könnten. Des Weiteren wurde eine gewisse Anzahl an
Publikationen nicht mit in diese Arbeit eingeschlossen, da sie nicht den
festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien entsprachen.

Alle verwendeten Fragebögen für die Bewertung von der
Fatigue und Lebensqualität wurden als Messinstrumente validiert und akzeptiert.
Sie enthalten jedoch jeweils einzigartige Fragen und stellen verschiedene
Aspekte der Fatigue oder der Lebensqualität in den Mittelpunkt, so dass direkte
Vergleiche schwierig sind. Selbstberichtdaten haben häufig eine große Varianz
und erfordern daher eine größere Anzahl von Teilnehmern, um Signifikanz zu
identifizieren, insbesondere in RCTs. Die Lebensqualität wurde jedoch häufig
mit SF 36 und EORTC QLQC30 gemessen und beides sind gut validierte Instrumente
mit normativen Vergleichswerten, die häufig bei Studien mit Krebspatienten Einsatz
finden. Je nach Messinstrument und Patientengruppe kann ein Boden- oder
Deckeneffekt für die Messung von Fatigue und Lebensqualität auftreten. „Mit
Bodeneffekt bezeichnet man in empirischen Wissenschaften, zum Beispiel den
empirischen Sozialwissenschaften oder in der Psychologie, das Phänomen, dass
ein Messverfahren unterschiedlichen Messgrößen denselben Messwert zuordnet,
weil die Messgröße den Empfindlichkeitsbereich des Verfahrens unterschreitet” (Bortz &
Döring, 2002).
Das ist beispielsweise der Fall in der Studie von Ligibel, et al. (2016), da in
dieser einer höherer Baseline-Werte der Lebensqualität als erwartet auftrat,
was die Messung der Wirksamkeit des Trainings erschwerte.

Die hier vorgestellten Studien stammen aus fünf Datenbanken
(PubMed, Cochrane Library, PEDro, EMBASE und CINAHL) und stellen möglicherweise
keine erschöpfende Charakterisierung der Literatur dar. Die Heterogenität von
Patientencharakteristika, Interventionsdauer und Komponenten der Interventionen
erschweren endgültige Schlussfolgerungen. Ebenso war ein Vergleich der Auswirkungen
des körperlichen Trainings zwischen den
Krebstypen nicht möglich, da es nicht ausreichend Studien gab, um signifikante
Ergebnisse zu ermitteln.

1.2    
Schlussfolgerung

Es ist deutlich geworden, dass Bewegung oder körperliche
Aktivitäten vorteilhaft sind für fortgeschrittene Krebspatienten zur Erhaltung
der aeroben Fitness, der Kraft und der körperlichen Funktionen ist. Die aerobe
Kapazität und Muskelkraft von Krebspatienten im fortgeschrittenem
Krankheitsstadium stieg anhand der Messungen von VO2 Peak und 6MWT.

Alle Studien mit den primären Outcomes körperlicher
Leistungsfähigkeit und Funktion zeigten bei den Interventionsgruppen eine
positive Entwicklung durch das Training in dieser Hinsicht. Dagegen waren die
Ergebnisse in Bezug auf die Lebensqualität und der Einfluss der Bewegung darauf
nicht so eindeutig. Eine Verringerung der Fatigue wurde dagegen beobachtet. Die
RCTs deuten darauf hin, dass die Lebensqualität sich bei weniger als der Hälfte
der Teilnehmer verbessert hat, aber die Fatigue verbesserte sich bei mehr als
der Hälfte der Probanden. Angesichts der Variabilität in den Studiengruppen und
der Messungshäufigkeiten wird eine größere Teilnehmeranzahl in zukünftigen
Studien notwendig sein, um die Auswirkungen von physischen
Aktivitäten auf die Fatigue und insbesondere auf die Lebensqualität zu
identifizieren. Linderung der Schmerzen und Erhöhung der Knochendichte konnten
auch beobachten werden.

Körperliche Aktivitäten können die Selbstständigkeit
unterstützen, weitere gesundheitliche Komplikationen verhindern oder verzögern
und Menschen mit fortgeschrittenem Krebs helfen, so lange wie möglich “gut
zu leben”. Interventionen, die von onkologisch ausgebildeten
Physiotherapeuten oder Sportphysiologen angeboten werden, und Möglichkeiten zur
Ausübung onkologischer Rehabilitationsprogramme können die Compliance am
Training fördern. Weitere Studien sind erforderlich, um zu bestimmen, welche
Interventionen eine positive und anhaltende Wirkung auf Patienten mit
fortgeschrittenem Krebs haben. Weitere Studien für jeden Krebsformen sind
erforderlich, um einen besseren und klaren Überblick auf die Wirksamkeit der
Bewegungstherapie bei bestimmten Krebsarten festzulegen.

BACK TO TOP
x

Hi!
I'm Al!

Would you like to get a custom essay? How about receiving a customized one?

Check it out